Die Tugend ist mein Stolz, mein Reichtum ist die Liebe
Der Lehrer des Fürsten, Alidoro, beschafft ihr ein Abendkleid und nimmt sie mit zum Schloss. Während ihre Stiefschwestern in der Hoffnung auf eine glänzende Partie den als Fürsten verkleideten Diener Dandini umschmeicheln, hat Don Ramiro, der in den Kleidern seines Dieners auf dem Fest erschienen ist, nur Augen für die schöne verschleierte Unbekannte. Bevor er das Geheimnis ihrer Herkunft ergründen kann, verlässt sie den Ball. Mit ihrem Armreif als einzigem Hinweis begibt er sich auf die Suche nach ihr... In nur knapp vier Wochen brachten Gioachino Rossini und sein Librettist Jacopo Ferretti "La Cenerentola" zu Papier. Ihr Werk ist keine reine Opernversion des bekannten Märchens von Charles Perrault oder des "Aschenputtel"-Stoffes der Gebrüder Grimm, sondern sie verwandelten die Vorlage zu einer italienischen Oper, die Vorbilder der Opera buffa und Traditionen der Commedia dell"Arte mit Elementen einer Gesellschaftskomödie verknüpft. Rossini und sein Librettist entfernten alle magischen und phantastischen Elemente aus dem Stoff, der nun ohne gute Fee und hilfreiche Tiere auskommen muss. Gut und Böse wetteifern allein in Gestalt der handelnden Personen miteinander.
Regisseur Renaud Doucet und Kostüm- und Bühnenbildner André Barbe präsentieren mit ihrer Version von "La Cenerentola" erstmals eine Arbeit in Hamburg. Mit ihren knallbunten, bildgewaltigen Arbeiten - zuletzt "Turandot" und "Rusalka" an der Volksoper in Wien und aktuell "Turandot" an der Pittsburgh Opera - sorgt das kanadische Regieteam in Europa und Nordamerika für Furore, und auch für ihr Hamburg-Debüt haben die beiden eine fantasievolle Szenerie entworfen. "Wir verlegen die Handlung von "La Cenerentola" in eine Zukunft, wie sie sich die Menschen in den 30er-Jahren vorgestellt haben. Die 30er-Jahre waren eine Zeit der Krise und Depression, in der die Menschen von einer idealen, sehr modernistischen Welt träumten", erklären Renaud Doucet und André Barbe ihren Inszenierungs-ansatz. "Filmstars wurden damals wie Götter verehrt. Aus dieser 30er-Jahre-Perspektive heraus könnte in der imaginären Zukunft der beste Weg, sich eine Frau zu suchen, der Weg ins Reality TV sein. Zum Beispiel bei einem Format wie "The Bachelor". Diese Idee haben wir dann für unsere Produktion weitergesponnen".
Die Musikalische Leitung hat Antonello Allemandi. Der aus Mailand stammende Dirigent ist ein gefragter Gast für das italienische Fach an allen großen Opernhäusern. Er übernimmt die Musikalische Leitung für die Vorstellungen im Mai und am 2. Juni für den erkrankten Andrés Orozco-Estrada, der die Produktion kurzfristig absagen musste. Die Vorstellungen am 9. und 11. Juni sind derzeit noch nicht besetzt. Die Titelpartie singt Maite Beaumont. Die aus Pamplona stammende Mezzosopranistin war Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper und anschließend Mitglied des Ensembles. Seit 2006 arbeitet sie freischaffend und singt unter anderem in Paris, München, Wien und Santiago de Chile. Als Don Ramiro kehrt Maxim Mironov nach Hamburg zurück, der junge russische Tenor ist ein ausgewiesener Rossini-Sänger und häufiger Gast beim Rossini-Festival in Pesaro. 2005/2006 debütierte er an der Staatsoper Hamburg in "Il Turco in Italia". Der italienische Bass Enzo Capuano war zuletzt in "Il Barbiere di Siviglia" zu erleben, nun übernimmt er die Partie des Don Magnifico. Als Diener Dandini steht Viktor Rud auf der Bühne, der seit der letzten Saison Ensemblemitglied der Staatsoper ist und auch in der Neuproduktion von "Bliss" mitgewirkt hat. Als böse Stiefschwestern sind Renate Spingler und die Hamburger Kammersängerin Gabriele Rossmanith zu hören, die Partie des Lehrers Alidoro singt Tigran Martirossian. Die Einstudierung des Chores übernimmt Florian Csizmadia.
Premiere A: 8. Mai 2011, 18.00 Uhr
Premiere B: 11. Mai 2011, 19.30 Uhr
Aufführungen: 15., 20. und 22. Mai 2011, 19.30 Uhr, 29. Mai 2011, 16.00 Uhr
2., 9. und 11. Juni 2011, 19.30 Uhr
Vor der Premiere: Einführungsmatinee mit Mitwirkenden der Produktion am
1. Mai 2011, 11.00 Uhr, Probebühne 1
Quelle: Pressemeldung Hamburgische Staatsoper GmbH
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